Glossar

Wichtige technische Begriffe rund um Elektrorollstühle in alphabetischer Reihenfolge.

AGM-Akku
Absorbent Glass Mat — wartungsfreie Variante des Blei-Säure-Akkus mit in Glasvlies gebundenem Elektrolyt. Klassisches Antriebs-Akkupack, robust und günstig, aber schwer.
Aktivrollstuhl
Manueller Rollstuhl ohne Motor, mit Greifreifen an den Antriebsrädern. Für Nutzer:innen mit ausreichender Armkraft.
BCI (Brain-Computer-Interface)
Steuerungssystem, das Hirnsignale auswertet. Experimentell, in Forschungsprojekten erprobt.
BLDC-Motor
Brushless Direct Current — bürstenloser Gleichstrom-Motor mit elektronischer Kommutierung. Höherer Wirkungsgrad als Bürstenmotoren, leiser, langlebiger.
Frontantrieb (FWD)
Antriebsräder vorne, Stütz- oder Lenkräder hinten. Gute Steigfähigkeit, weniger spurstabil bei hohem Tempo.
Heckantrieb (RWD)
Antriebsräder hinten, Lenkräder vorne. Klassischer Aufbau, spurstabil, größerer Wendekreis.
IATA-Limit
Vorschrift der International Air Transport Association für Lithium-Ionen-Akkus im Flugverkehr — meist 300 Wh maximal, mit Genehmigung mehr möglich.
IP-Schutzklasse
Ingress Protection — Klassifizierung des Schutzes gegen Eindringen von Staub und Wasser. Für Elektrorollstühle relevant: IPX4 bis IPX6.
Krankenfahrstuhl
Rechtlicher Begriff aus der FeV für motorisierte Mobilitätshilfsmittel mit max. 15 km/h und ärztlicher Indikation.
Lithium-Ionen-Akku
Moderne Akku-Bauart mit hoher Energiedichte. Leichter und langlebiger als AGM, aber teurer und mit besonderen Sicherheits- und Transport­vorschriften.
Mittelantrieb (CWD)
Center Wheel Drive — Antriebsräder in Rahmenmitte, vorne und hinten Stützräder. Kleinster Wendekreis, dreht auf der Stelle.
Mofa-Kennzeichen
Versicherungskennzeichen für Krankenfahrstühle mit 6–15 km/h. Ausstellung gegen Vorlage einer Haftpflichtpolice, Jahresbeitrag ca. 50–100 €.
Power-Add-on
Elektrisches Antriebsmodul, das an einen manuellen Aktivrollstuhl angeflanscht wird. Beispiele: SmartDrive (Permobil), e-Fix, e-Motion (Alber).
R-Net / VR2
Proprietäre Bus-Systeme für die elektronische Vernetzung von Joystick, Sitzverstellung, Beleuchtung und Zusatzgeräten. R-Net von PG Drives, VR2 / DX2 von Curtiss-Wright.
Sip-and-Puff
Saug-Blas-Steuerung. Über einen Schlauch werden vier Befehle (vor, zurück, links, rechts) durch Kombination aus Saug- und Blasstößen ausgelöst. Für Nutzer:innen mit vollständig fehlender Armfunktion.
Stehrollstuhl
Elektrorollstuhl mit Stehfunktion — die Sitzeinheit kippt nach vorn und ermöglicht eine aufrechte Position. Fördert Durchblutung und Knochendichte.
Steigfähigkeit
Maximale Steigung, die ein Rollstuhl überwinden kann — in Grad oder Prozent. Übliche Werte: 6–14°, Geländemodelle bis 20°.
Tetraplegie
Lähmung aller vier Extremitäten, meist Folge einer Querschnittlähmung im Halsmarkbereich.
Tiefentladung
Vollständige Entladung eines Akkus unter die zulässige Restspannung. Schädigt vor allem AGM- und Lithium-Akkus dauerhaft.
Wendekreis
Kleinster Kreisdurchmesser, in dem sich der Rollstuhl drehen kann. Wichtig für Innenraum-Manövrierfähigkeit. Mittelantrieb: 60–80 cm, Heckantrieb: 130–160 cm.
Wh (Wattstunde)
Maßeinheit für die Energiemenge eines Akkus. Berechnung: Volt × Amperestunden. Für Flug- und Bahntransport entscheidende Größe.